Mit Germania von Nordholz nach Mallorca

D-ASTT A319-112

Schon seit längerer Zeit war bekannt das ab dem 22.09.2017 Flüge von Nordholz nach Mallorca durchgeführt werden sollen. Tatsächlich hat es aber zum ersten Termin, dem 22.09. nicht geklappt. Grund dafür waren wohl Sicherheitsbedenken der Luftfahrtbehörde und auch Nachbesserungen am Konzept konnten nicht verhindern, das der erste Flug nicht wie geplant von Nordholz durchgeführt werden konnte. Tatsächlich wurde dieser Flug von Bremen aus gestartet. Vermutlich für viele der Passagiere eine herbe Enttäuschung, da vermutlich die Nähe des Flugplatzes in Nordholz ein Hauptargument für viele der Gäste war.

Am 29.07.2017 war es dann endlich soweit. Pünktlich un 12.05 Uhr landete der Airbus A319-112 mit der Kennung D-ASTT in Nordholz. Wenn man ein wenig um die Ecke denkt, dann hat dieses Flugzeug sogar einen Bezug zu Nordholz. Die Maschine ging an nach ihrere Auslieferung an die Airline Hamburg International. Diese Airline wurde im Jahr 1998 gegründet. Geschäftsführer und gleichzeitig einer der Gründer der Airline, war der inzwischen verstorbene Norbert Grella. Auch dieser Herr hat einen Bezug zu Nordholz, er war als Marineflieger Teil einer Atlantic Crew. Und Hamburg International war es auch die schon im Jahr 2002 Flüge von Nordholz nach Mallorca durchführte. Dies geschah in Zusammenarbeit mit dem Nordholzer Reiseunternehmen NEY. Allerdings war diese Verbindung nicht so profitabel wie erhofft und wurde nach einigen Flügen eingestellt.

Zur Eröffnung des Zivilflugplatz gab es einen Tag der Offenen Tür, am 09.03.2002. Bei diesem wurden Rundflüge mit einer 737 der Hamburg international angeboten. Geplant waren wohl 2 Flüge a 45 Minuten, es wurde aber auf 4 Flüge aufgestockt, da die Nachfrage so groß war.

Die 1986 ursprünglich von türkischen Unternehmern gegründete Germania hat eine Flotte von 29 Flugzeugen die aus Airbus A321, A319 und Boeing 737 besteht. Zuletzt war Germania unter anderem in den Schlagzeilen da Germania gegen die 150 Millionen Bürgschaft für Air Berlin geklagt hat.
Auf dem noch nicht eröffneten Airport Berlin Brandenburg wurde von Germania zusammen mit Air Berlin eine Wartungshalle gebaut. Wenn man ein wenig recherchiert im Internet, stößt man immer wieder auf Meldungen in denen Germania als Pay2Fly Airline charakterisiert wird. Letztlich bedeutet es das die Bezahlung bei diesem Unternehmen wohl nicht sehr hoch ist. Das kann ich natürlich nicht beurteilen.

Der A319 hob am Ende ziemlich genau mit einer Stunde Verspätung ab. Grund dafür war eine Hundetransportbox im Frachtraum. Da wohl die Gurte, um die Box im Frachtraum zu verzurren, fehlten, musste Germania umplanen. Bzw. war es wohl so geplant das Germania diese Gurte im Flugzeug mitführt, was dann aber tatsächlich wohl nicht der Fall war. Das führte dazu das vor Ort improvisiert werden musste was in der Folge zu der einstündigen Verzögerung führte. In einer der Meldungen der Lokalpresse war auch noch zu lesen, das es nicht möglich ist die Flugzeuge von Germania in Nordholz zu betanken. Grund dafür soll sein, das die Bundeswehr kein zugelassener Flughafenlieferant sei.
Laut einem Bericht von Buten und Binnen war eines der Probleme das fehlen von geeigneten Sicherheits-Mitarbeitern. Offensichtlich bestehen die Bedenken der Luftfahrtbehörde aber noch immer, zumindest handelte es sich um eine Ausnahmegenehmigung. Diese galt nur für den 29.09.2017. Ob die kommenden Flüge auch wie geplant von Nordholz stattfinden können, wird sich wohl erst im Lauf der kommenden Woche entscheiden.

Welche Sicherheitsbedenken für einen dauerhaften Flugbetrieb noch bestehen, wollte die Behörde mit Verweis auf „sicherheitsrelevante Fragestellungen“ nicht genauer erklären. Eine größere Maschine wie der Airbus 319 hat nach Behördenangaben eine andere Risikobewertung als etwa die kleineren Maschinen, die in Nordholz bisher abgefertig werden.

Also bleibt es weiterhin spannend und mann muss abwarten wie es am kommenden Freitag weitergeht. Gekommen ist die Maschine im übrigen mit 73 Passagieren aus Mallorca und mit 143 wieder abgeflogen.

Am Montag den 02.10.2017 erschien dann online die folgende Meldung bei nord24. Und auch die Cuxhavener Nachrichten nahmen sich des Themas an. In diesem Artikel heißt es unter anderem

Nach der Erteilung einer Einzelgenehmigung für den Flug am 29. September und der entsprechenden Durchführung der Abfertigung sei jedoch festzustellen, dass die Umsetzung sämtlicher gesetzlicher Auflagen und Vorschriften in dieser Größenordnung jedenfalls derzeit nicht ausreichend gewährleistet werden könne. Die noch verbleibenden sechs Flüge werden daher in Abstimmung mit der Germania voraussichtlich über Bremen geführt werden. „Wir bedauern dies sehr und bedanken uns bei den vielen Partnern, Organisationen und Personen, die uns in diesem Projekt sehr stark unterstützt haben“, sagte Lötsch.

Der starke Zuspruch aus der Region habe gezeigt, dass der Flughafen Nordholz in der Region angekommen sei. Dies sei weiterhin Ansporn für das Flughafenteam. Lötsch: „Wir werden auch zukünftig im Rahmen des Machbaren für den Bereich Inselflüge und Charter unseren Beitrag zu einer positiven Regionalentwicklung leisten.“

Wenn man die Worte ließt, scheint zumindest die Buchungssituation der 8 Flüge gut gewesen zu sein.

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