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3 März 2017

Honda Jet und Antonov 124

Gleich 2 besondere Flugzeuge waren heute in Nordholz zu Gast. Zum einen eine Antonov 124 der Russischen Airline Volga-Dnepr die im Rahmen Von SALIS Ausrüstung für die Bundeswehr fliegt. In diesem Fall ist zu vermuten das es sich um Material für die Mission Atalanta in Somalia handelt. Diese wird zukünftig wieder von einer P-3C aus Nordholz unterstützt. Ein interessantes Detail ist, das die Transportleistungen im Rahmen von SALIS bisher von Russen (Volga-Dnepr) und Ukrainern (Antonov Design Bureau) gemeinsamen angeboten wurden. Wie man aber weiß ist es um die Beziehungen zwischen diesen Ländern momentan nicht zum besten bestellt. Zum Ende des Jahres 2016 lief der SALIS Vertrag, der bis dahin die Abkürzung für Strategic Airlift Interim Solution war, aus. Nicht sehr überraschend waren beide Seiten nicht mehr bereit ihre Dienstleistungen gemeinsam anzubieten. Daher gibt es nun zwei SALIS Verträge, zum einen mit der Ruslan SALIS GmbH (12 Flugzeuge) und zum anderen mit der Antonov SALIS GmbH (7 Flugzeuge). Grundsätzlich bleibt also alles beim alten mit zwei Ausnahmen. Schweden, Finnland und Griechenland sind nicht mehr mit von der Partie und das I in SALIS steht nicht mehr für Interim, sondern für International. Die neuen Verträge sind für die kommenden 2 Jahre abgeschlossen und allein Deutschland hat für diesen Zeitraum einen Bedarf von 1080 Flugstunden angemeldet. Das macht für das Jahr 2017 Kosten von 52,7 Millionen Euro. Macht also rund 46.950€ pro Flugstunde. Im Jahr 2018 will man mit 48,2 Millionen Euro auskommen. Für das Jahr 2017 sind in dem Verträgen insgesamt 1602 Flugstunden vorgesehen. 973 Stunden sollen von Volga-Dnepr durchgeführt werden, 629 Stunden vom Antonov Design Bureau. Auffallend war wohl bei den Angeboten auch das die Flugstundenpreise sehr unterschiedlich waren. Während Antonov 37.509€ pro Stunde verlangte, lag man bei Volga-Dnepr bei nur 23.341€. Frankreich und Deutschland sind die Hauptnutzer der Russisch/Ukrainischen Transportleistungen.

Honda Jet

Wie schon ein paar mal, war auch heute wieder der Honda Jet in Nordholz. Aber diesmal wohl nicht als Gast, sondern als Nutzer auf seiner neuen Heimatbasis Nordholz. Für das Flugzeug der Fluggesellschaft Privateways wurde auch ein eigener Hangar gebaut der nahezu fertiggestellt ist. Dieser hat als Besonderheit eine Art „Drehteller“. So ist es möglich in die Halle vorwärts zu rollen und dann das Flugzeug in der Halle zu drehen. Auffallendste Änderung an dem Honda Jet , oder genauer gesagt an der HA-420, ist die Tatsache das die Maschine jetzt ein deutsches Kennzeichen trägt (D-ITIM). Der „Kopf“ hinter dem Honda Jet ist Michimasa Fujino. Im Jahre 1997 viel diesem Herren ein Textbuch von Ludwig Prandtl aus den 30er Jahren in die Hände. Höchstwahrscheinlich handelte es sich um „Führer durch die Strömungslehre“ aus dem Jahre 1931. Dieses inspirierte ihn zu einem Flugzeugentwurf bei dem die Triebwerke oberhalb der Tragflächen angebracht werden. Dies sollte hauptsächlich dazu dienen mehr Platz im Rumpf zu haben. Denn bei der herkömmlichen Bauweise muss der Rumpf entsprechend verstärkt werden und damit fällt ein Teil des Platz weg. Außerdem stellte sich heraus das die Effizienz beim Reiseflug in dieser Konfiguration höher ist. Ein weiterer Grund für diese Auslegung war, das sich durch die sogenannte OTWEM (Over-The-Wing-Engine-Mount) Konfiguration, weniger Vibrationen und Geräusche auf die Kabine übertragen. Diese Art der Auslegung war aber nicht gänzlich neu. Neben der Antonov 74 hatte auch schon die VFW 614 (Erstflug 1971) die gleiche Auslegung. In beiden Fällen war aber wohl ehr der Schutz der Triebwerke vor FOD der Grund. Beide Maschinen sollten auch von unbefestigten Pisten operieren können und sind auch wesentlich größer.
Ein weitere Besonderheit des Honda Jet ist der Flügel und die Flugzeugnase mit natürlicher Laminarströmung. Hierbei wird versucht turbulente Strömungen so lange es geht zu vermeiden. Zu diesem Zweck ist zum Beispiel die Oberseite des Flügels bei der HA-420 aus einem einzigen Stück Aluminium gefertigt. Und auch auf den Fotos ist gut zu sehen das die Maschine eine äußerst glatte Oberfläche bietet. Das würde schon fast einem Segelflugzeug Konkurrenz machen. Innerhalb der Eu gibt es im übrigen ein mit 1,85 Millionen gefördertes Projekt, das sich mit der natürlichen Laminarströmung befasst. Dazu sollen im Jahre 2017 mit einem A340-300 Testflüge stattfinden. Dieser wird dann an einem Flügel ein 4,5m langes und 1m breites Flügelstück zum Test angebaut bekommen. Es handelt sich übrigens um den A340-300 mit der Baunummer 1, also ein Airbus Testflugzeug. In diesem pdf auf Seite 7 finden sich auch noch einige weitere Informationen.
Auch der Rumpf des Honda Jet bietet noch eine Besonderheit. Er ist, wie bei der Boeing 787, komplett aus Verbundwerkstoffen (Karbon/Graphit) hergestellt. Einziger Unterschied ist das der Jet von Honda seinen Erstflug schon 6 Jahre früher hatte (Dezember 2003).
Insgesamt ist das Versprechen von Honda das ihr Jet höher (FL 430), schneller (422 kts) und günstiger als seine Konkurrenten fliegt.
Ich habe in der Galerie auch noch ein Video eingefügt, indem noch einige weitere Features des Honda Jet vorgestellt werden, wenn man denn ein wenig Englisch versteht.
Und um die Unterschiede zu seinen Konkurrenten zu zeigen, habe ich mal einige Daten herausgesucht. Meistens sind Unterschiede ja so deutlicher sichtbar.
Das Triebwerk des Honda Jet wurde von Honda entworfen und zusammen mit GE gebaut. Es war auch angedacht dieses Triebwerk für andere Flugzeuge verfügbar zu machen. Honda hat über 100 Bestellungen für das Flugzeug und die jetzige D-ITIM (vorher N420HE) war im übrigen der erste Honda Jet der nach Europa verkauft wurde. Insgesamt sollen etwa 20% der Bestellungen auf Europa entfallen.

Honda Jet Cessna CJ1+ Citation Mustang Phenom 100
Länge (m) 12,99 12,98 12,37 12,82
Spannweite (m) 12,12 14,30 13,16 12,30
Höhe (m) 4,54 4,19 4,09 4,35
Reichweite (km) 2.265 2.408 2.130 2.182
Startstrecke (m) 1.219 991 948 975
Landestrecke (m) 914 789 725 741
max Reisegeschw. (km/h) 782 720 630 750
Passagiere 6 5 5 7
Gipfelhöhe (m) 13.106 12.497 12.497 12.497
max. Nutzlast (kg) 690 619 522 755
Nutzlast bei max Fuel (kg) 250 247 249 253
Preis ($) 4,5 Millionen 4,5 Millionen 3,35 Millionen 4,16 Millionen
TBO Triebwerk (Stunden) 5.000 4.000 3.500 3.500
Max Fuel (kg) 1.290 1.461 1.170 1.272

 

 

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