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10 März 2014

Erste Landung eines A350 in Deutschland

Am heutigen Montag war es soweit. Der A350-900 sollte das erste mal bei Airbus in Hamburg landen, was auch gleichzeitig die erste Landung in Deutschland überhaupt darstellt. Die Maschine soll dann für 2 Wochen für Tests in Hamburg bleiben. Grund genug für mich meine Sachen zu packen und mich auf den Weg nach Finkenwerder zu machen. Und der Tag stellte sich als perfekt heraus. Zum einen herrschte den ganzen Tag bestes Fotowetter und zum anderen war auch ordentlich Flugbetrieb. So waren neben dem A350 diverse A320, A321 sowie 4 A380, mehrere Beluga Transporter und 4 A380 zu sehen. Leider hatte ich wieder Pech und konnte keinen der A380 in der Luft bewundern.
Auch am heutigen Tag hat es sich wieder ausgezahlt das ich Fotos gemacht habe. Denn manche Details fallen mir immer erst im Nachhinein am Rechner auf. So trug der A319 von Germania einen Sticker mit der Aufschrift “WheelTug”. Das machte natürlich neugierig.
Bei WheelTug handelt es sich um ein System, das dafür sorgt das die Flugzeuge am Boden ohne Zuhilfenahme der Triebwerke rollen können. Dazu wird das Bugrad mit einem Elektromotor angetrieben. Die dazu nötige Batterie wird durch die APU des Flugzeugs gespeist. Zwar wird zwar auch Kerosin benötigt, allerdings wesentlich weniger als wenn man dies mit den Triebwerken machen würde. Außerdem sind die Flugzeuge so unabhängig von den Schleppern am Boden. Und gerade diese können hin und wieder zu Verzögerungen sorgen. Außerdem wird durch das System die Gefahr des Ansaugens von Fremdkörpern am Boden ausgeschaltet. Bei einem durchschnittlichen Flug von 2 Stunden würde man mit dem System ca. 107 Liter Kerosin sparen. Germania hat ausgerechnet das es bei ihrer Flotte eine Einsparung von 2,4 Millionen Liter Kerosin bringen würde. Außerdem würden auf diese weise auch noch der Ausstoß von 5.000 Tonen CO2 verhindert werden.
Erstaunlich ist aber einen solchen Aufkleber an einem Airbus zu finden. Denn eigentlich wird Airbus mit der Konkurrenz-Firma EGTS (Electric Green Taxiing System) in Verbindung gebracht und WheelTug mit dem Konkurrenten Boeing. Unterschied zwischen den beiden Systemen ist unter anderem das bei EGTS beide Hauptfahrwerke angetrieben werden und das dadurch das ganze System schwerer wird. Die Zukunft wird zeigen welche Variante sich durchsetzt.
Bei einem Besuch in Hamburg bei Airbus ist immer wieder verblüffend welche Exoten man zu Gesicht bekommt. So waren heute zum Beispiel Air China, Vietjet, American Airlines, Air Astana, Indigo und Hongkong Airlines dabei. Alles Gesellschaften die ich mit großer Wahrscheinlichkeit kein zweites mal zu Gesicht bekommen werde.
Ferner ist mir etwas bei den Bezeichnungen der Airbus Modele aufgefallen. So ist die Maschine von American Airlines ganz genau ein A321-231WL, der Flieger von Hongkong Airlines hingegen eine  A320-214SL. Ich denke das der Zusatz SL bzw. WL in beiden Fällen für die Sharklets steht. Warum der Unterschied gemacht wird, ist mir allerdings noch nicht klar. Aber vielleicht finde ich es ja noch heraus. Klar ist zumindest das die Zahlen hinter dem eigentlichen Typ für das Triebwerk stehen. Das kann man auch ganz gut bei der EASA im jeweiligen Type Certificate nachlesen. Hier zum Beispiel für A318,A319,A320 und A321. Zudem finden sich dort auch noch einige andere interessante Angaben zu den jeweiligen Flugzeugen wie die maximale Anzahl an zugelassenen Sitzplätze.
Der Star des Tages war aber natürlich der A350-900. Gegen 14:30 war es soweit und der A350 mit der Kennung F-WWCF setze zum ersten mal auf deutschem Boden auf. Schon ein sehr elegantes Flugzeug und mit fast 65 Metern Spannweite auch schon ein ordentlicher brocken. Wie auch schon beim A380 muss man sich auch bei dieser Maschine schon fast Mühe geben um sie zu hören. Die Maschine die heute in Hamburg landete war auch noch eine besondere. Denn sie trägt eine Sonderlackierung. Der hintere Teil des Rumpf ist in einer Kohlefaser-Optik lackiert um an den hohen Anteil dieses Materials (53%) in diesem Flugzeug zu erinnern. Bei dem Material handelt es sich ganz genau um  carbon-fibre reinforced polymer. Bei der Maschine handelt es sich um den dritten gebauten A350 und es ist der erste mit einer kompletten Kabinenausstattunng. Diese Maschine wird später im Jahr auch die ersten Flüge mit Passagieren durchführen, sogenannte Early Long Flights (ELF). Ein paar schöne Detailbilder der der “CF” gibt es auf der Airbus Internetseite. Diese wurden am 02. Januar 2014 aufgenommen als die Maschine aus der Lackierhalle gekommen ist.
Alles in allem war es ein absolut gelungener Tag in Hamburg mit vielen tollen Fotos. Einige davon könnt ihr hier sehen. 
Einige ausgewählte Bilder gibt es auch auf meiner neuen Internetseite, www.etmn-pictures.de Dort sind die Bilder dann in maximal 1980 Pixel zu sehen. Außerdem lassen sich dort auch die kompletten EXIF und GPS Daten anzeigen. Der Fokus liegt dort allerdings nicht auf Flugzeugen.   

 

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