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Romane

Den Anfang in dieser Kategorie macht der Roman Saftschubse von Annette Lies. Das Buch wurde in meinem örtlichen Supermarkt angeboten und da der Titel mich ansprach, habe ich es einfach mal mitgenommen. Das Buch hat zwar auf dem Deckel den Zusatz Roman stehen, ich denke aber ein Großteil der Geschichten sind eigene Erfahrungen. Schließlich handelt es sich bei der Autorin um eine Waschechte Stewardess der der Lufthansa AG. In dem Buch wird im großen und ganzen der Alltag beschrieben. Das aber zum großen Teil sehr vergnüglich und gut lesbar. An der ein oder anderen Stelle schweift sie zwar etwas ab und verzettelt sich in Nebensachen, das tut aber der Qualität des Buches insgesamt keinen Abbruch. Ein weiteres Highlight des Buches sind die fiktiven Rundschreiben der im Buch “Skyline” genannten Airline. Manche dinge kommen einem so haarsträubend vor, das ich mir fast sicher bin das es ähnliche Schreiben auch in der Wirklichkeit gegeben hat. An vielen kleinen Fakten die im Buch genannt werden kann man erahnen welche Airline “Skyline” in der Realität sein könnte. Der Schreibstil und der Humor des Buches treffen genau meinen Geschmack, ist aber vielleicht nicht für jeden etwas. Deshalb an dieser Stelle zwei kurze Auszüge.

…Der wohltemperierte Whirlpool des Crewhotels in Tokio bescherte nicht nur mir ein warmes Plätzchen, sondern auch jeder Menge gramnegativer Bakterien, von deren Exotik mein Gynäkologe unverhohlen begeistert war. Ich vermute, wenn man sonst nur Einzeller aus der Therme Erding zu Gesicht bekommt, fällt es wirklich nicht leicht, ein Mittel zu verschreiben, das die seltenen Lebewesen vernichtet.

“Und wen sollen wir zuerst retten?”, fragt Tina die seit 10 Jahren Charter fliegt. “Ich meine, erst die Piloten oder erst die Gäste?”
Der Trainer hebt den Kopf und wirft ihr einen Abschätzigen Blick zu. “Lassen Sie es mich so sagen: Die Herrschaften vorne kosten Geld, die hinten zahlen welches.”

Alles in allem ein Klasse Buch das mich beim Lesen des Öfteren zum Lachen gebracht hat. Für den Preis von 8,99€ sicher kein Fehlkauf und vielleicht auch ein gutes Geschenk für Luftfahrtbegeisterte Menschen.        

 

 

Der zweite Roman den ich vorstellen möchte trägt den Namen “Jahre des Donners Mein Leben mit dem Starfighter” und wurde von Hannsdieter Loy geschrieben. Der Autor schreibt auch in diesem Fall über etwas das ehr sehr gut aus eigener Erfahrung kennt. Denn er war Starfighter-Pilot und später Kommandeur. Auch hier handelt es sich nicht um einen Roman wie man ihn sich normalerweise vorstellt. Vielmehr gibt es eine Rahmenhandlung rund um das Treffen alter Starfighter Piloten bei der ILA in Berlin und in diese werden dann verschiedene Erzählungen, Begebenheiten und Geschichten aus der Starfighter Ära geschickt eingebunden. Eigentlich kann man über dieses Buch absolut nichts negatives schreiben. Das einzige ist vielleicht das es zu dünn ist und man es leider zu schnell gelesen hat. Das Buch gibt verschieden interessante Einblicke. Nun weiß ich endlich was eine “Luwamoprala” ist. Und auch seine eigenen Gewohnheiten in der damaligen Zeit beschreibt der Autor recht bildhaft.

Mein persönliches Lieblingsgetränk in jener Zeit war Gin Tonic, ein Longdrink aus einem Teil Gin und zwei Teilen Tonic Water. Er wird auf Eis mit einem Stück Limette serviert, schützt vor Malaria und vertreibt böse Geister. Infiziert wurde ich durch die Briten in den NATO-Stäben, die das Zeug schon morgens um elf in sich hineinschütteten. Außerdem rauchte ich 80 Zigaretten am Tag: 20 Marlboro am Morgen und 60 Lungentorpedos namens Roth-Händle danach. Mit 33 Jahren gab ich von einem Tag auf den anderen das Rauchen auf, als ich feststellte, das ich einmal drei Zigaretten gleichzeitig in Betrieb hatte und regelmäßig zwei Stück in der Zehnminutenpause eines Handballspiels konsumierte.

An anderer Stelle im Buch kommt sogar mal ein kleiner Bezug zu Nordholz auf. Den in der Geschichte über das Unternehmen Cowboy, die Verlegung von 6 Starfightern von Büchel in die USA. Und in dieser Geschichte taucht auch eine Atlantic auf.

Klar, so ein Flug mit sechs deutschen Starfightern über den Nordatlantik hatte es vorher noch nie gegeben. Sicherheitshalber hatte die Kommandoführung darauf bestanden, eigenes technisches Personal mitzunehmen. Die Leute flogen in zwei Begleitflugzeugen voraus. Konrad nickte. “Eine Transall und eine Breguet Atlantic. Transportflugzeug und Seeaufklärer.”

Das Buch ist jedenfalls ein absoluter Kauftipp. Für knapp 13€ bekommt man ein unterhaltsames, gut zu lesendes Buch mit vielen Fakten. Außerdem gibt es in der Mitte des Buches auch noch 13 zum Teil herrliche Farbfotos zu bewundern. In den Tiefen des Internets habe ich auch noch ein Interview mit dem Autor zu diesem Buch gefunden. Hier anzuhören

1 comment to Romane

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